Wer war Hans Frankenthal?
Hans Frankenthal (1926–1999) wurde als Jugendlicher mit seinem Bruder nach Auschwitz verschleppt. Dort überlebte er zwei Jahre lang die für Zehntausende von Menschen tödliche Zwangsarbeit im von der IG Farben betriebenen Außenlager Monowitz. Die Todesmärsche führten die Brüder über das KZ Mittelbau‐Dora, wo sie ebenfalls Zwangsarbeit leisten mussten, nach Theresienstadt, wo sie befreit wurden. Hans Frankenthal und sein Bruder kehrten, wie sie es ihrem Vater während der Deportation versprochen hatten, in ihren Geburtsort Schmallenberg im Sauerland zurück.

Hans Frankenthal 1946
Weil sie dort erneut zahlreiche Formen der Ausgrenzung anstelle von politischer Aufarbeitung erlebten, wurde Hans Frankenthal 1986 sofort Mitglied im Auschwitz‐Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V., dem er bis zu seinem Tode als Vorstandsmitglied angehörte. Darüber hinaus war er über lange Jahre aktives Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und in der jüdischen Gemeinde Hagen sowie im Vorstand der VVN-BdA Dortmund. Durch vielfältige politische und Bildungsarbeit, vor allem mit Jugendlichen, wollte Hans Frankenthal ein würdiges Gedenken an die Überlebenden auch in die nachfolgenden Generationen tragen, damit diese die Arbeit gegen das Vergessen fortsetzen.
Dieses Ziel verband ihn insbesondere mit der Vorsitzenden des Auschwitz‐Komitees, Esther Bejarano, die als Mitglied des Mädchenorchesters das Konzentrationslager Auschwitz überlebte.
Hans Frankenthal hat kurz vor seinem Tode seine Biographie verfasst. Darin schildert er seine Kindheit in der Weimarer Republik, seine Deportation, die Zwangsarbeit im Konzentrationslager Monowitz, die Todesmärsche und vor allem die erneute Ausgrenzung in seinem Heimatort. Insbesondere die Erfahrungen nach der Rückkehr haben Hans Frankenthal zu der Form von politischer Arbeit veranlasst, die er dann Jahrzehnte betrieb.






